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Die Zukunft sehen. Andrea Poggio

Wir reden viel, wie immer zu viel und wozu? über sie, statt hinzusehen. Wenn wir nämlich genau hinguckten, wär die Zukunft auch für uns schon da. Zwischen verstaubten Oleandern, zwischen den Reklameschildern schaut sie hervor, durchs Fenster mit den schwarzen Jalousien, in Hinterhöfen aus Zement, Was wir da sehen, ist alles etwas müde, wie wir es sind, etwas Licht hier und da. Sonst Blitze, Donner aus der Ferne. 

Ich habe die Zukunft von einem Hotelfenster aus gesehen

Hinter dem Balkon, zwischen den Leuchtschildern eines Nachtclubs

Schwarze Wolken, Blitze am Horizont

Ein Donnern aus der Ferne und dann nichts mehr


Ich habe die Zukunft zwischen verstaubten Oleandern gesehen

Die Reihen der Laternen entlang, in den Geschäften und in der Tram

Licht von einer Parkplatzrampe

Aus den Rosten eines zementierten Hinterhofs


Ich habe die Zukunft in einem möblierten Wohnzimmer gesehen

Hinter Gläsern und schwarzer Jalousie, Frame eines Varietés

Schnee auf Wasserleitungsbrunnen

Auf dem Gerüst einer Baustelle, auf den Dächern


Ich habe die Zukunft von einem Zug auf dem Abstellgleis aus gesehen

Hinter Rauchwolken, am Tresen in einer Bar

Die Farben verschwimmen, es ist tiefe Nacht

Die Lichter zerstreut in der Luft

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