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Es tut so weh: Tiziano Ferro

Seit den Sechzigern, als die musikalische Verständigung zwischen Italien und Deutschland abgebrochen ist, bewegt sich so etwas wie Musik nur noch untenrum über Pizzerien nach Norden, wo sie zu dem meist von unberufenen Erben angerichteten italienischen Fast Food wohl aufgeschnappt oder angehört wird, was nicht lustig und vermutlich auch nicht gesund ist. Denn es geht hier nicht um Halbgott Celentano oder um Gianna Nannini oder Zucchero, die zum Calzone serviert würden. 

Dass es Kitsch sei, erschließt sich auch einem Inuit ohne tiefere Sprachkenntnisse, aber nem Italiener steht solcher wohl auch gut an. Ungefähr so gut wie die bei Donna Leon über venezianische Kanäle gespannte Wäscheleine aus Neapel. 

Die Texte dieses Tiziano, übrigens ein netter Mensch, scheints, der seinerzeit die halbe postfaschistische Nation mit seinem Coming out in hysterische Krisen geworfen hat, was ja auch nett ist, sind nun allerdings recht viel beeindruckender noch, als es die Musik ist. Nur so zum Beispiel, die schwarzen Abende oder Sere nere. 
Da ist einer verlassen worden. Zwischen Radio und Telefon, echt italienische Krachwohnung das, werde wieder dein Adieu erklingen, singt der Mann: Tra la radio e il telefono risuonerà il tuo addio / Di sere nere. Und ohje, alles weg, Raum und Zeit: non c’è tempo / Non c’è spazio, und niemand wird je verstehn, weils so weh tut, wehtut, zum Sterben weh tut: Perché fa male male / Male da morire und zwar ohne dich, also: ohne dich, nämlich: ohne dich: Senza te…senza te…senza te. 

Das Ganze wird dann, also von weh tun bis ohne dich, wiederum dreimal vorgesungen. Der Mann gibt aber noch nicht auf: er habe die Stille bekämpft, indem er sie vollgequatscht habe, erklärt er: Ho combattuto il silenzio parlandogli addosso. Ergebnis: siehe oben. 

Es folgt die Drohung: "Je mehr du mich willst, desto weniger wirst du mich sehen". Ja. Und umgekehrt: "je weniger du mich willst, desto mehr werde ich bei dir sein (zwei mal) / bei dir sein, bei dir, bei dir / ich schwörs",  Dies nun klingt nach Stalking, schon, ist aber eben nur etwas wie der Fluch del Faraone.

E più mi vorrai e meno mi vedrai / E meno mi vorrai e più sarò con te / E più mi vorrai e meno mi vedrai / E meno mi vorrai e più sarò con te / E più sarò con te, con te, con te / Lo giuro. Ja. Oh. 





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