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Gesang des netten Jungen: Ghali aus Baggio

"Oh eh oh", aber gern. "Wenn die Pflicht mich ruft/ oh eh oh antworte ich und sage: 'ich bin hier'/ oh eh oh du sagst mir: 'Hör auf deine Mama!' / oh eh oh, un, dos, tres, ich bin schon bei ihr".  Und noch einmal: "Wenn sie mir sagen: 'nach Hause!' / oh eh oh antworte ich: 'bin schon hier!' / ich hab dich lieb, mein Italien / du bist meine bessere Hälfte."  Pflicht? Mama, zu Hause sein, Italien: darum geht es in dem Lied eines Mannes aus Baggio hinter Mailand, wie das heißen müsste: denn in Baggio hat zwar Petrarca mal gelebt ( Cascina Linterno ) und ist Nobile Richtung Norden abgeflogen (Campo Kennedy), da hat aber auch im Weltkrieg die Armee ihre Bomben bauen lassen (Via delle Forze Arrmate), da wohnten lange Zeit nur Arbeitslose und Arbeiter und, ergab sich so: viele Einwanderer. Die Eltern unseres Sängers kommen aus Tunesien, er ist hier geboren: Milano, Italy. "Oh eh oh. Bin hier zu Hause". Und da? ...

Unterwegs im Süden: Punk in Italien

2017. In Italien höre ich das hier:  Seltsam. Seit wann gibt es das? 1988. Kaum in  Italien angelangt, hatte ich einen Plattenladen betreten und nach italienischem Punk gefragt. Der junge Verkäufer hatte mich angestarrt. Nein, so was gebe es nicht.  Das war zwar nicht richtig, denn immerhin hatten die sehr junge Jo Squillo ("Vergewaltige mich in der U-Bahn") und die Gruppe  Kandeggina  (etwa „Bleiche“ oder „Domestos“) so etwas gesungen.  Doch was tut es, ich erwarb die neue Kassette von Zucchero ( Oro, incenso e birra : „Gold, Weihrauch und Bier“, die Gaben der drei Könige eben). Nun:  voglio vederti ballare / senza tabù/ il ballo di strappamutande : also den „Tanz der zerrissenen Unterhosen“ oder den „unterhosenzerreißenden Tanz“, je nachdem.  Das war wiederum ein freier Ton, wie auf dem T-Shirt der „Toten Hosen“ im Jahr zuvor. Hat all dies Schreiben und Singen nicht etwas mit Freiheit zu tun? Damit, dass einer d...