Bei allem was heilig ist, sind es die passeggiatrici , Spaziergängerinnen, wie sie auf Italienisch auch heißen, ganz sicher. Konstantin Wecker besingt daher die Straßenhure, wie wir sie noch erlebt haben werden: „Ihr habt sie einfach nicht gesehn / wenn sie so zum Vergehen schön / mit diesem leichten hohen Gang / betörend ihre Tasche schwang“. In Deutschland ja inzwischen fast nur noch außerhalb der Innenstadt, irgendwo in einer Industriezone. In Italien stehen und gehen sie hingegen, wie bekanntlich die Sünde überhaupt, ein wenig überall, an irgendeiner städtischen Straße vielleicht, an manchen Landstraßen: ein paar Büsche müssen da sein, ein wenig Platz zum Parken, wo dann unter Umständen die Autos sehr plötzlich bremsen, als wäre der Fahrer von einem Sündenblitz getroffen worden. Als Fahrradfahrer muss einer so etwas voraussehen. Vor ein paar Jahrzehnten noch zündeten die Huren, mitunter naturgemäß auch verwande...